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Einfach großartig!

So war unser Kennenlerntreffen


Am 17. Februar 2025 trafen sich 25 Menschen, die mit Zukunftslust nach vorne schauen wollen und etwas in ihrem direkten Wohnumfeld ändern möchten. Zu tun gibt es reichlich und es war schön zu sehen, dass sich gleich zum Start der Kiezinitiative so viele tatkräftige und ändererungswillige Menschen zusammengefunden haben.


Die Mischung war bunt. Von der Zahnärztin, über Lehrerin, Garten und Landschaftsbauerin, Sachearbeiterin bis hin zum Katastrophenschutzbeauftragten. Viele bereits ehrenamtlich engagiert. Auffällig war der hohe Frauenanteil, wo man sich schon fragen darf: Sind Frauen gemeinwohlorientierter oder einfach die aktiveren Pragmatikerinnen?


Nach einer kurzen Vorstellungsrunde und einer kleinen Visionsreise, die ein Gefühl von dem, was wir schaffen können, wenn wir unserer Kreativität freien lauf lassen, folgte ein Workshop, wo jeder seine Ideen und konkreten Umsetzungswünsche einbringen konnte. An einem Zeitstrahl ausgerichtet, wurden viele kleine und große Ideen zusammengetragen und erste Meilensteine gesetzt.

 

Die Vision

Eine Geschichte zum Träumen


Stellt euch vor, ihr wohnt in einem Kiez, wo nur noch selten ein Auto durch die Straßen fährt und wenn, dann elektrisch und sehr langsam. – Kinder spielen auf der Straße, eine Gruppe macht Tai Chi und ein Oppa radelt mit dem Lastenpedelec vorbei, stoppt und gießt die Apfelbäume auf dem Grünstreifen. Die Nachbarn grüßen sich, denn die meisten kennen sich vom Gärtnern oder von den zahlreichen Treffen am Marienplatz. Am Wegesrand summt und zilpt es, denn die Bürgersteige sind gesäumt von Wildwiesen, Obstbäumen, Heidelbeerbüschen und Hochbeeten, wo nicht nur gesundes Obst und Gemüse für die Anwohner wächst, sondern sich auch Insekten und Vögel pudelwohl fühlen.


Überall auf den Dächern sieht man Solarpannels. Der Kiez verfügt über so viel Energie, dass das Aufladen an einem der vielen Ladespeicher für E-Fahrzeuge für die Anwohner umsonst ist. Die Wärmepumpen surren und spenden Wärme im Winter und Kühle im heißen Sommer.


Am Sonntag ist Frühkonzert auf dem Marienplatz, Tische und Bänke sind aufgestellt und man betreibt fröhlichen Handel mit Obst, Gemüse und allerlei anderem Selbstgemachten oder Gebrauchten. Das Sonntagstreiben zieht auch viele Menschen aus den benachbarten Kiezen an, die ebenfalls, nach dem Vorbild von Zukunftslust, begonnen haben, ihren Lebensraum umzugestalten. 


Viele der Anwohner arbeiten im Kiez, d.h. sie pflegen und ernten die Pflanzen, kümmern sich um den gemeinsamen E-Fuhrpark oder sind mit der Verwaltung beschäftigt. Andere fahren mit einem der Kiez-Sharing-Fahrzeuge zur Arbeit und freuen sich, wenn sie am Abend in ihr Idyll zurückkehren können, wo sich Fuchs und Igel gute Nacht sagen.


Eine Vision, die zur Wirklichkeit werden kann.


Die Gärtnerstraße im Jahr 2029. Die Fahrbahn wurde entfernt und durch eine Obstbaumplantage mit Hochbeeten ersetzt. Ein Parkweg sowie die kleine Zufahrtsstraße für die Anwohner verbinden das Areal mit dem übrigen Teil.

Erste Meilensteine


Das Gesetz der 3,5 Prozent


Die Politikwissenschaftlerin Erica Chenoweth entdeckte das "Gesetz der 3,5 Prozent" – es besagt, dass keineswegs die große Mehrheit der Bevölkerung revoltieren muss, um politische Veränderungen herbeizuführen.


Gleiches gilt für Bewegungen und Initiativen aller Art. Wenn 3,5% der Anwohner sich der Kiezinitiative Zukunftslust anschließen und aktiv mitwirken, dann entsteht eine Art Sogwirkung, die die anderen mitreißt.


In unserem Fall, d.h. gemessen an den Einwohnern im Kiez in der Altergruppe 18-75 Jahren, sind es 90 Kiezbewohner.


Meilenstein 90


Ein erster Schritt ist gemacht, aber es müssen viele weitere folgen. Aktuell haben sich 29 Personen bei Zukunftslust registriet und weitere 17 haben sich zum Newsletter angemeldet. Nicht alle wohnen in dem ausgewiesenen Kiez ziwschen Königsberger Straße, Bahndamm, Beethovenstraße und Ostpreußendamm, sind jedoch offensichtlich von der Idee angetan.


 Wir müssen nun alle versuchen, noch mehr Anwohner für die Kiezinitiative zu gewinnen. Einige haben sich ein paar Flyer mitgenommen, andere wollten ihre Nachbarn ansprechen. Ich selbst stand am Wahltag unweit des Wahlbüros und habe Flyer verteilt, und viele schön Gespräche geführt. Die Meisten, den ich von Zukunftslust erzähle, sind begeistert und loben das Engagement.

Also traut euch, erzählt von der Initiative, macht Aushänge, leitet die Emails weiter, schreibt Social Media Posts und sprecht euere Nachbarn an. So können wir schnell ganz VIELE werden und die 90 knacken.

Meilenstein Mobilitätsfest


Da ich aus dem Bereich New Mobility komme, möchte ich gerne die vielen innovativen Fahrzeuge hier im Kiez einmal vorstellen, denn die Meisten sind noch nicht der breiten Mehrheit bekannt.


Ich werde deshalb versuchen, im Sommer hier im Kiez ein Mobilitätsfest zu organisieren, wo man sich all die verschiedenen Fahrzeuglösungen einmal aus der Nähe betrachten kann.


Dies soll der Ausgangspunkt für ein eigenes Kiez-Sharing werden und ist deshalb ein Meilenstein.

Die ersten Ideen


Das Thema Biodiversität stand bei den im Workshop erarbeiteten Ideen deutlich im Vordergrund. Möglicherweise, weil in diesem Bereich der am schnellsten umsetzbare Handlungsspielraum besteht, oder aber auch, weil die Dringlichkeit diesbezüglich ins Handeln zu kommen, am offensichtlichsten ist.


Hier die ersten Ideen und kurzfistig umzusetzenden Maßnahmen in der Kurzübersicht:


Entsiegelung der Bruno-Walter-Straße


Die Bruno-Wlter-Straße ist eine der wenigen Straßen hier im Areal, wo der Randstreifen mit Mosaikpflaster versehen ist. Diese völlig überflüssig, weshalb wir sie Hochnehmen wollen. Mehr dazu im Artikel.



Wildwiesenaussaat im öffentlichen Straßenraum


Mit der Entsiegelungsmaßnahme soll gleichzeitig eine Wildwiesenaussaat erfolgen. Wildwiesen sorgen für mehr Biodiversität und ziehen Insekten und damit auch andere Tiere an. Der Vorteil: Wildwiesen müssen nicht bewässert werden, sondern "überleben" bei richtigen Mahdregime, d.h. wann und wie gemäht wird, auch trockene Perioden. Wie schön und bunt diese Wiesen aussehen können, seht ihr in der Abbildung im Artikel.


Aktuell stellen wir die Kosten für die Bruno-Walter-Straße zusammen. Anhand der gesammelten Erfahrung aus dieser Aktion, sollen dann im Herbst weitere Straßenzüge folgen.



Igeltunnel


Igel sind vom Aussterben bedroht. Das hat sicherlich eine Reihe von Gründen, aber ein großes Hindernis für Igel sind Zäune und Mauern (siehe Artikel). Igeltunnel können helfen, weshalb hier eine Aktion ins Leben gerufen werden soll. Vielleicht bauen wir gemeinsam mit Jugendlichen an einem Wochenende in der Villa Folke Bernadotte Igeltunnel, die wir dann an unsere Nachbarn verschenken... Wer hat Lust hierfür die Organisation zu übernehmen?



Regentonnen


Viele sind sich dessen nicht bewusst, aber das Wasser wird knapp. Langfristig werden wir über die Installation von Zisternen sprechen müssen, kurzfristig können wir uns vielleicht schon einmal mit Regentonnen behelfen. Mehr zum Thema findet ihr im Artikel.



Essbarer Balkon


Lebensmittel werden immer teurer und wie lange unsere Lieferketten in dieser Form noch standhalten, bleibt abzuwarten. Darüber hinaus sind gerade viele Kräuter sehr beliebt bei den Insekten, insbesondere bei Wildbienen. Wie ihr einen "Essbaren Balkon" anlegen könnt, erfahrt ihr im nächsten Newsletter von Ute, unserer Garten- und Landschaftsbauerin, die sich nicht nur auf diesem Gebiet hervorragend auskennt.

Die gesamte Auswertung des Workshops könnt ihr euch hier > als pdf runterladen.

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